Alle meine Katzen werden VOR Deckung auf HCM / PKD geschallt.

Die Blutgruppe steht fest und FiV und FelV sind dann auch negativ getestet!

Zwischendurch wird immer mal wieder auf Giardien getestet.

Alles ist natürlich nachweisbar...

Welche Katze wann und wo untersucht wurde, seht ihr unter " meine Katzen"..

Was ist HCM überhaupt?

Hypertrophe Kardiomyopathy (HCM) ist eine Herzmuskelerkrankung von Katzen, bei der sich der Herzmuskel außergewöhnlich verdickt. Dies muss nicht den gesamten Herzmuskel betreffen, aber auch kleinere Verdickungen sind nicht ungefährlich für das Tier. Je nach dem wo diese Verdickung auftritt, sind in vielen Fällen Herzgeräusche oder Veränderungen des Rhythmus für einen sorgfältig untersuchenden Tierarzt hörbar. Durch die verdickten "Wände" zwischen den Herzkammern wird dem Herzen sozusagen der Platz genommen und es versucht nach innen zu wachsen. Die Folge ist, dass das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Durch Rückstauungen besteht die Gefahr, dass das Blut in den Lungenkreislauf kommt – die Folge davon sind Flüssigkeit in Lunge und Brusthöhle. Schwer erkrankte Tiere sterben zumeist an plötzlichem Herztod, verursacht durch Kammerflimmern, Herzrhythmusstörungen oder an Herzversagen. Hier ist Kurzatmigkeit und Herzrasen zu beobachten.

Man muss Herzverdickungen in zwei Gruppen einteilen. Die eigentliche HCM ist erblich (Primäre HCM). Das bedeutet, der Defekt liegt im Herzmuskel und wird von einem Elterntier vererbt. Zum anderen gibt es die so genannte sekundäre HCM – oder erworbene HCM. Es gibt einige Krankheiten die das Herz durch Druck oder hormonelle Stimulation so sehr belasten, dass ein ähnlicher Effekt wie bei der erblich bedingten HCM entstehen kann. Dies können z. B. Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen, Verengungen der Aorta, Diabetes oder auch Chronisches Nierenversagen sein. Aus diesem Grund sollten bei jeder Katze, die ultrasonographisch als hypertroph diagnostiziert wird, folgende Untersuchungen zur Abklärung sekundärer Ursachen eingeleitet werden:

• Blutdruckmessung
• Bestimmung von T4 (Schilddrüsenhormon)
• Messen der Nierenwerte, im Zweifelsfall Untersuchung des Urins
• Bestimmung des Blutzuckers
• evtl. STH-Messung (Wachstumshormon bei Tumoren im Gehirn).

Sind diese Parameter unauffällig, kann man von einer primären HCM sprechen. Die o.g. Untersuchungen durchzuführen ist auch deshalb notwendig, da man die eventuell zugrunde liegende Erkrankung natürlich ebenfalls behandeln muss. Herzmuskelverdickungen aufgrund von Infektionskrankheiten gehören i.d.R. in das Reich der Mythen.

Der Begriff HCM steht im weiteren nur für die primäre erbliche Form. HCM ist die am häufigsten diagnostizierte Herzkrankheit bei Katzen – ob Hauskatze oder Rassekatze – diese Krankheit macht vor kaum einer Rasse halt. Am häufigsten wurde sie bei Maine Coon, Ragdoll, Britisch Kurzhaar und Perser Katzen festgestellt. Aber auch in vielen anderen Rassen wurden HCM positive Tiere entdeckt. Nicht zuletzt kämpft auch unsere europäische Hauskatze gegen diese heimtückische Krankheit an.

Der Krankheitsverlauf von HCM

Ähnlich wie bei PKD erkrankten Tieren, beginnt der Krankheitsverlauf zumeist sehr schleichend. Katzen gehören zu den Tieren, die Herzkrankheiten nach außen hin unsichtbar für lange Zeit ertragen können. Klinische Symptome beginnen meist im Alter von 2-4 Jahren. Wenn beide Elterntiere erkrankt sind, kann die Krankheit viel schlimmer und zeitiger auftreten. Weiterhin erkranken männliche Tiere früher und viel stärker.
Katzen gelten als schwierige Herzpatienten. Das liegt mitunter daran, dass sie selten Frühwarnsymptome einer Herzerkrankung zeigen. Katzen husten aufgrund von Herzerkrankungen so gut wie nie, im Gegensatz zu Hunden oder dem Menschen! Auch ist es für den Besitzer schwierig, die Leistungsfähigkeit seiner Katze zu beurteilen. Das führt dazu, dass viele Herzpatienten erst erkannt werden, wenn Atembeschwerden vorliegen, also die Erkrankung schon erheblich fortgeschritten ist. Diese Atemnot zeigt sich häufig durch Hecheln. Dies kann ein Warnsignal sein, welches immer durch einen Tierarzt abgeklärt werden sollte.

Weitere hinweisende Symptome für eine Herzerkrankung sind:

• mangelnder Appetit
• vermehrtes Schlaf- und Ruhebedürfnis
• deutlich nachlassende Spielfreude und Belastbarkeit
• beschleunigte Atmung mit Bauchpresse
• Atmen/Hecheln durch den offenen Fang nach Belastung
• bläuliche Schleimhäute
• tastbar/sichtbar beschleunigte Herzfrequenz
• unklare Umfangsvermehrung des Leibes durch Wasseransammlung.

Nachhandlähmungen können für eine Thrombosierung (Verstopfung von Arterien) sprechen. Nicht alle Katzen mit HCM müssen klinische Symptome entwickeln. Gerade Tiere mit ggr. bis mgr. Erkrankungen können ein Leben lang ohne Krankheitsanzeichen bleiben. Bei einer frühen Diagnostik kann ihre Katze dennoch ein lebenswertes und auch sehr langes Leben führen.

Der Erbgang von HCM

Die Forschung hat bewiesen, dass die Primäre HCM beim Menschen und der Maine Coon vererbt wird. Es ist ein genetischer Defekt im Herzmuskel, den sog. Sarkomeren. Man spricht deshalb von einer familiären HCM. Das Problem liegt darin, dass diese Erkrankung in so schwacher Form auftreten kann, dass auch mit neuesten medizinischen Geräten untersuchte Tiere erkrankt sein könnten, obwohl der Arzt keinerlei Anzeichen feststellen kann. Möglicherweise können auch mehrere Generationen übersprungen werden, bei denen keine sichtbaren Veränderungen am Herzmuskel auftreten, aber die Erkrankung dennoch vererbt wird. Leider kommt damit auch vor, dass diese Krankheit schlichtweg viel zu spät oder gar nie bemerkt wird. Erst Nachkommen mit schwereren Formen von HCM lassen so manch einen Züchter aufhorchen und verwundern, dass Tiere aus seiner Zucht erkrankt sind. HCM vererbt sich nach derzeitigem wissenschaftlichem Stand, genauso wie PKD, autosomal dominant. Das bedeutet, definitiv ein Elternteil ist der Vererber, wenn ein Nachkomme erkrankt. Zwei negative Tiere bringen ausschließlich gesunde Nachkommen zur Welt. Ist eines der beiden Elterntiere HCM positiv, so haben die Kitten eine 50 zu 50 Chance auf ein gesundes HCM freies Leben. Sind beide Elterntiere positiv sieht es für alle Kitten sehr schlecht aus, dann ist mit einer hohen Sterblichkeitsrate zu rechnen.

Die Vorsorge

Die Problematik bei HCM besteht darin, dass diese Krankheit mitunter Jahre braucht, um entdeckt zu werden. Bei leichten Fällen von HCM ist es vorgekommen, dass Zuchtkatzen erst im Alter von 8 Jahren oder älter bzw. auch nie positiv diagnostiziert wurden. Schwere Fälle dagegen können schon im Alter ab 6 Monaten festgestellt werden. In 8 Lebensjahren kann ein Kater viele Nachkommen gezeugt haben – von denen 50% rein rechnerisch HCM positiv sein könnten. Es ist also äußerst schwierig für Züchter gegen HCM anzugehen. Die Tiere müssen in etwa alle 1,5 Jahre genauestens von einem Spezialisten (Kardiologen) untersucht werden und trotzdem kann man nie sicher sein. Wir vertreten die Auffassung, dass regelmäßiges Untersuchen einen großen Erfolg bringen wird, denn die schweren und mittelschweren Krankheitsverläufe werden so frühzeitig erkannt und aus der Zucht genommen. Aus diesem Grund ist es bei den Rassen, die nicht schon jahrelang gegen HCM kämpfen, besonders wichtig die Krankheit, jetzt noch ganz am Anfang stehend, sofort im Keim zu ersticken.

Die sicherste und gleichzeitig als Vorsorge dienende Methode ist die Ultraschalluntersuchung (Ultrasonographie) des Herzens. Dabei wird im bewegten Grautonbild ein Abbild des Herzens in verschiedenen Ebenen erstellt und zusätzlich mittels Farbdoppler der Blutfluss in verschiedenen Richtungen bewertet und gemessen. Gleichzeitig wird ein EKG angefertigt. Die Katze darf dabei nicht medikamentell ruhiggestellt werden (sediert), um die Werte nicht zu verfälschen.


Text: Tina Weiß & Dr. Kerstin Gerlach

Quellen

Pawpeds - Internat. Datenbank einschließlich Gesundheitsprogramm HCM für diverse Rassen

Was ist PKD überhaupt?

Bei PKD erkrankten Tieren siedeln sich an den Nieren eine oder mehrere große oder kleine Zysten an. Diese Zysten können wachsen und befallen dann das Nierengewebe und schränken, je nach Größe und Anzahl, die Funktion der Nieren ein. Ein Nierenversagen bei schwer erkrankten Tieren ist die Folge.

Der Krankheitsverlauf

schreitet bei den meisten Tieren fort, ohne dass der Katzenhalter dieses bemerkt. Die häufigste Todesursache bei den PKD-positiv getesteten Tieren ist Alterschwäche. Es gibt immer die Ausnahmen von der Regel. Bei einigen Tieren sind die Nieren derart in mitleidenschaft gezogen, dass schon in recht jungen Jahren die ersten Anzeichen der Krankheit auftreten (Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, glanzloses Fell etc.)Hierbei ist unabhängig ob ein Tier viele oder wenige, große oder kleine Zysten aufweist. Entsprechende Futtersorten ermöglichen oftmals aber ein langes und lebenswertes Leben. Letztendlich kann diese Krankheit je nach Krankheitsbild zu Nierenversagen führen.

PKD kommt bei allen Säugetieren (inkl.Mensch) vor und es ist zu differenzieren, ob eine Erbkrankheit vorliegt oder ob diese Zysten auf Grund anderer Einflüsse aufgetreten sind. Nierenzysten sind nicht immer genetisch bedingt! Darum also nicht gleich in Panik verfallen, wenn ein Zuchttier positiv getestet wurde. Vielmehr anhand des Stammbaumes recherchieren, ob Eltern, Großeltern, Geschwister, Nachkommen etc.auch positiv getestet wurden - erst wenn das der Fall ist, spricht man von erblich bedingter PKD.

Der Erbgang von PKD

wird autosomal dominant genannt. Das bedeutet, dass erkrankte Tiere PKD an ihre Nachkommen weitergeben können, jedoch nicht zwingend müssen. Ein Jungtier welches von 2 PKD-negativen (nicht erkrankten) Tieren abstammt, kann nicht an der erblich bedingten PKD leiden. Diese Tatsache ist für Züchter immens von Vorteil, denn man muss keine verdeckte, generationsüberspringende Übertragung auf spätere Nachkommen befürchten. Sind die Elterntiere eines Jungtieres PKD-negativ, dann ist das Kitten auch PKD-negativ. Jungtiere, die ein positiv getestetes Elterntier haben, können mit einer 50 zu 50 Chance auch PKD negativ sein.